Martin Luthers Thesenanschlag gegen den Ablass vor 500 Jahren gilt als symbolischer Anstoss der Reformation. Am Basler Münster begaben wir uns 2017 in diversen Anlässen auf Spurensuche:

Rückblick: Reformation und Musik

Rückblick: Dem Doctor Luther aufs Maul geschaut

Rückblick: Erasmus-Ausstellung 2016

Geschichte: Reformation im Basler Münster

Eine witzige kurze Einführung zur Reformation und deren Bedeutung für unser Leben hat das Evangelische Jugendwerk in Württemberg als Youtube-Film realisiert: 


Reformation und Musik

Ein literarisch-musikalischer Ausflug führte uns am 14. September 2017 in die Zeit von Luther, Zwingli und Calvin, mit Werken von Mendelssohn, Busoni und Bach.

Sprecherin, Text und Regie: Steffi Böttger
Klavier: Konstanze Hollitzer

Unumstritten gilt Martin Luther als Erfinder des Psalmenliedes. Sein Credo war: «Im Singen muss Christus unser Psalm, Lied und Gesang werden». Pauken und Trompeten hasste er, und Geigen hatten im Gottesdienst gar nichts zu suchen. Luther liebte den Gesang, begleitet von einer vielsaitigen Laute. Anders der Zürcher Huldrych Zwingli. Obwohl er selbst mehrere Musikinstrumente meisterlich spielen konnte, ordnete er die Musik dem Weltlichen und Unstatthaften zu und verbannte gar die Orgeln aus den Zürcher Kirchen. Sein Kappelerlied, obwohl ein Kriegslied, gelangte bis in die deutschen Gesangbücher. Und Johannes Calvin in Genf war so begeistert von den deutschen Psalmenliedern, die er in Strassburg gehört hatte, dass er selbst begann, Reime zu schmieden. 

Im musikalischen Zentrum des Reformtionsprogramms standen Werke von Mendelssohn, Busoni und Bach, die unzählige Choräle und Choralbearbeitungen über Texte von Martin Luther komponiert haben, so etwa über das Psalmenlied «Ein feste Burg ist unser Gott», das Heinrich Heine als «Marseiller Hymne der Reformation» rühmte oder über das Adventslied «Nun komm, der Heiden Heiland», das die Ungeduld der Gläubigen in Erwartung der Geburt Christi so wunderbar zum Ausdruck bringt. Selbst Richard Wagner verarbeitete protestantisches Liedgut, das sich bei ihm aber, wie im «Kaisermarsch», höchst pompös ausnimmt.

Die Schauspielerin und Publizistin Steffi Böttger erzählte von den drei grossen wortgewaltigen und so musikverliebten Reformatoren. Dabei wurde sie von der Pianistin Konstanze Hollitzer begleitet, die den Weg des evangelischen Kirchenliedes im Laufe der Jahrhunderte musikalisch nachzeichnete.

Download Programm


«Dem Doctor Luther aufs Maul geschaut»

Anekdoten und ihre Hintergründe zur Reformation

Ein Nachmittag mit Geschichten und Musik aus der Reformationszeit
Pfarrei Heiliggeist und Münstergemeinde
Mittwoch, 18. Oktober 2017, 14.30 bis 17.00 Uhr

Gemeindesaal der Alterssiedlung , der Münstergemeinde, Engelgasse 61, 4052 Basel

Mit Paul Strahm, Ursula Maurer, Heidi Kläsi und Reiner Jansen

Paul Strahm erzählte Anekdoten und Pfarrer Reiner Jansen erläuterte ihre geschichtlichen Hintergründe. Dazwischen spielte Heidi Kläsi (Flöten) und Ursula Maurer (Gitarre) Musik aus der Lutherzeit. 

Die Geschichten kamen mit Pfiff daher, waren aber tiefgründig. Sie sind amüsant und ernsthaft, rebellisch oder sanft, derb und berührend, tragisch oder heiter … und auf jeden Fall überraschend. Sie spielten im Alltag und an Feiertagen, mit Geistlichen und Leuten aus dem Volk, in Klöstern und Kirchen, in Stadt und Land. 

Streit und Versöhnung, Ärger und Freude, Schmerz und Wonne sind ihr Nährboden. Doch gabe es bei allem Trubel und Lärm auch auf die feinen Töne: das Augenzwinkern, den Schalk und die Liebe.

 

Download Programm