Vincentius- und Aposteltafel
Diese Kostbarkeit des Münsters ist ein anschauliches Beispiel der
Standhaftigkeit im christlichen Glauben für die Leute,
die damals nicht lesen konnten. Die grosse Tafel aus rotem Sandstein
(um 1100) war früher in allen Einzelheiten bemalt. Sie
zeigt das Martyrium des heiligen Vincentius, der zur Zeit der Christenverfolgung
in Spanien als Diakon tätig war, und standhaft im christlichen Glauben
Geisselung, Gefängnis und Marter auf dem Feuer durchsteht, jedoch stirbt.
Danach tragen zwei Engel seine Seele
in den Himmel, während der Leichnam den wilden Tieren vorgeworfen wird.
Drei Raben beschützen ihn aber, so dass man ihn ins Meer wirft.
Glaubensbrüder finden den Leichnam und bauen nun über seinem
Grab eine Kirche. Die ausführliche Darstellung der Legende
fasziniert durch die vielen dramatisch ausgeschmückten Einzelheiten.
Aposteltafel
Aus derselben Zeit (um 1100) stammt die Aposteltafel, die einst wohl
an der Chorabschrankung zu finden war. Sechs Apostel sind zu sehen,
die in antiker Art mit eleganten Gewändern und in philosophische Gespräche
vertieft
dargestellt sind.
Baumeistertafel
Eine seltene Darstellung aus romanischer Zeit besitzt das Münster mit
einem Baumeisterrelief (um 1200). Der Baumeister (links, mit der Kappe
der Steinhauer) und der für den Bau zuständige Domherr (rechts) werden
in der lateinischen Inschrift als "lebendige Steine"
bezeichnet, weil sie den Bau eines Gotteshauses möglich machen.

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