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Aufgaben
Die wichtigste Aufgabe der Münsterbauhütte ist das Basler Münster in seinem heutigen Bestand für die Zukunft zu erhalten. Für die Unterhalts- und Restaurierungsarbeiten werden grundsätzlich traditionelle Arbeitsmethoden angewendet. Dazu gehört auch das Schmieden der eigenen Werkzeuge. Für die Rohbearbeitung neuer Werkstücke und der Oberflächenreinigung sowie Schadensbehebungen kommen jedoch auch moderne Hilfsmittel zum Zuge - aus Sicherheitsgründen und um Zeit zu sparen. Steinmaterial Die Buntsandsteine, aus welchen das Basler Münster gebaut und die Skulpturen gehauen wurden, stammen grösstenteils aus Steinbrüchen im südlichen Schwarzwald. Es handelt sich um den gröberen, quarzhaltigeren grau-rot leuchtenden Degerfelder Sandstein und den feinkörnigen dunkelroten Wiesentaler Sandstein. Da diese Brüche heute jedoch erschöpft sind, bezieht die Münsterbauhütte das Steinmaterial sowohl aus eigenen alten Lagerbeständen als auch aus zwei weiteren Steinbrüchen: Für Werkstücke, z.B. Masswerkbrüstungen, werden Sandsteine aus einem kleinen Steinbruch in Lahr, nördlich von Freiburg i.B., verwendet und für Bildhauerarbeiten, z.B. Figuren, ein Sandstein aus dem Maintal.
In regelmässigen Abständen wird von der Münsterbauhütte der ganze Bau beobachtet, um auf diese Weise Veränderungen festzustellen. Dabei werden Schadenspläne erstellt und Notsicherungen vorgenommen. Der häufigste Schaden am Münster ist das sogenannte Absanden, welches auftritt, wenn der Sandstein sein Bindemittel verloren hat. Der Schaden wird durch Tränkung mit Kieselsäureester behoben. Risse im Stein werden vom Steinmetzen mit einem Injektionsharz auf Acrylbasis hintergossen und mit mineralischem Mörtel aufmodelliert oder angeböscht, um die Oberfläche wieder zu schliessen. Zu einer weiteren wichtigen und anspruchsvollen Restaurierungsmassnahme gehört die Reinigung der Steinoberfläche, welche entweder mit Wasser oder trocken mit einem Mikrostrahlgerät durchgeführt wird. Am Sandstein aus dem Maintal, welcher als Ersatzmaterial seit etwa 100 Jahren eingesetzt wird, sind teilweise Schäden in Form von Abblätterungen festgestellt worden. Solche Werkstücke werden durch neue ersetzt. Die Behebung von mechanischen Schäden am Stein gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Steinmetzes. Wenn schwer zugängliche kostbare Originale stark beschädigt und gefährdet sind, werden diese ins Museum gebracht und für das Münster von einem Steinbildhauer in der Bauhütte Kopien angefertigt. Das oberste Gebot der Bauhütte ist jedoch, Originalsteine nur zu ersetzten, wenn es unvermeidlich ist.
Unsere heutigen Kenntnisse über die Bau- und Restaurierungsgeschichte beruht in erster Linie auf der Originalsubstanz. Zusätzliche Informationen liefern bildliche, archäologische und schriftliche Quellen sowie Abgüsse. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen heute neben den Jahres- und Restaurierungsberichten, das Herstellen von Sicherheitsabgüssen wertvoller Bildhauer- und Steinmetzarbeiten wie auch die Anfertigung von photogrammetrischen Plänen, die massstab- und steingerecht das ganze Münster mit seinen Nebengebäuden systematisch erfasst. Mit diesen Arbeiten wird auch ein Anliegen des Kulturgüterschutzes erfüllt, weshalb die Dokumentation auch vom Bund der schweizerischen Eidgenossenschaft subventioniert wird.
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