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Die Turmbläser

Der Stadtposaunenchor von Basel spielt wieder seit über 50 Jahren jeden Samstag um 17.00 Uhr von einem der Münstertürme den Werkalltag aus und die Sonntagsruhe ein.
Das Blasen vom Turm geht auf eine alte Tradition zurück:
Seit 1360 sind sogenannte Turmwächter überliefert, die in der Nacht über der Stadt Basel Wache hielten und nach jeder Stunde ein Hornzeichen geben mussten. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts sind drei Turmwächter, je einer auf dem Georgsturm des Münsters, auf dem Martinskirchturm und auf dem Turm der Niklauskapelle in Kleinbasel überliefert. Nachdem städtische Zeitglocken eingeführt wurden (1370 die Münsteruhr, 1436 die Uhr an der Niklauskapelle und 1451 die Turmuhr an St. Martin) verlor das Stundenblasen als Zeitangabe an Bedeutung, wurde aber von der Turmwache zum Zeichen ihrer Wachsamkeit weitergeführt, um bei Feuer oder Bedrohung eines Feindes Alarm schlagen zu können.

Das zu Beginn verwendete Türmerhorn, ein ursprünglich aus Kuhhorn hergestelltes Heerhorn, wurde im 16. Jahrhundert von der metallenen Trompete und der Posaune abgelöst. Die Feuerwächter benutzten bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ein Redhorn, ein grosses Megaphon. Seit dem 16. Jahrhundert übernahmen die Turmwächter auch die Pflichten der früheren Stadtmusikanten. Nach der Reformation wurden die Stadtbläser bis um 1815 auch zu den Gottesdiensten, zur Unterstützung des Gesanges, beigezogen. 1880 wurde das Turmblasen, unter anderem wegen nächtlicher Lärmbelästigung der Anwohner, abgeschafft.

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