Orgel

Eine erste Orgel gab es vermutlich schon in der Zeit vor dem Erdbeben von 1356. 1394 ist der Bau einer Orgel durch Meister Raspo aus Frankfurt belegt. Diese wurde als gotische Schwalbennest-Orgel an der südlichen Langhauswand angebracht, mehrfach renoviert und 1474 an die gegenüberliegende nördliche Langhauswand versetzt, wo sie – immer wieder erneuert − bis Mitte des 19. Jahrhunderts verblieb. Eine zweite, kleinere Orgel befand sich im Spätmittelalter im Chor und diente der Liturgie des Domkapitels. 1525/26 wurde die Schwalbennest-Orgel im Langhaus erweitert und mit einem neuen Renaissance-Gehäuse versehen, das Hans Holbein d. J. bemalte. Während Barock und Frühklassik revidierte und ergänzte 1710/11 der Strassburger Meister Andreas Silbermann das Instrument, bevor 1785–87 der Basler Instrumentenmacher Johann Jacob Brosy Orgelwerk und Gehäuse erweiternd erneuerte.

Die Planung einer neuen, romantisch-symphonischen Orgel im neugotischen Prospekt durch Friedrich Haas (Laufenburg) führte zur Neukonzeption des Innenraums, welche 1852–57 umgesetzt wurde. Dabei fand der nach Westen translozierte Lettner eine neue Verwendung als Orgelempore. Die Haas-Orgel erlangte internationale Bekanntheit und wurde erst 1955 durch ein Instrument der Firma Kuhn aus Männedorf (Kanton Zürich) ersetzt, das musikalisch die Orgelbewegung und ästhetisch die Neue Sachlichkeit vertrat.

Das heutige Instrument mit 78 Registern ist die grösste und vielseitigste Orgel der Region und entstand in Zusammenarbeit zwischen der Orgelbaufirma Mathis aus Näfels (Kanton Glarus) und dem Architekten Peter Märkli (Zürich). Sie wurde Pfingsten 2003 eingeweiht und gibt den Blick zum gotischen Westfenster frei.